Was die EU mit dem Medusa-Projekt für Unterseekabel mit Afrika machen wird

Was die EU mit dem Medusa-Projekt für Unterseekabel mit Afrika machen wird

Mit dem Medusa-Projekt will die Europäische Union die digitalen Verbindungen mit Nordafrika durch ein großes System von Unterseekabeln verbessern

Das Medusa-Projekt stellt eine wichtige strategische Initiative der Europäischen Union zur Verbesserung der digitalen Verbindungen zwischen Europa und Nordafrika dar und passt in die umfassendere Global Gateway Strategy , den 320-Millionen-Euro-Plan der EU, der Chinas Neue Seidenstraße bekämpfen soll.

Ziel dieses Projekts ist der Bau eines 7.100 km langen Unterseekabelsystems, das fünf europäische Länder (Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und Zypern) mit vier nordafrikanischen Ländern (Marokko, Algerien, Tunesien und Ägypten) verbinden wird. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf ca 342 Millionen Euro und bereits vorgesehene Finanzierung durch die EU und die Europäische Investitionsbank. Die Krise im Roten Meer hat die Verwundbarkeit bestehender Unterwasserkommunikationsinfrastrukturen wie AAE-1, Europe India Gateway, Seacom und TGN-Systeme deutlich gemacht, die Asien über den Nahen Osten und Nordafrika mit Europa verbinden. Angriffe oder Schäden an diesen Kabeln könnten die globale Kommunikation ernsthaft beeinträchtigen und die Bedeutung von Initiativen wie dem Projekt Medusa erhöhen.

DIE ZIELE DES MEDUSA-PROJEKTS

Dieses Projekt zielt nicht nur darauf ab, die Konnektivität zwischen Europa und Nordafrika zu verbessern, sondern beabsichtigt auch, Kabellandestationen in nordafrikanischen Ländern in ihre nationalen Forschungs-, Bildungs- und öffentlichen Verwaltungsnetzwerke zu integrieren. Die für 2025 geplante Inbetriebnahme könnte einen Wendepunkt für die Region darstellen und die wirtschaftliche und soziale Entwicklung durch eine einfachere Kommunikation mit Europa fördern. Eine Verbesserung der Verbindungen könnte auch den interregionalen Handel ankurbeln, der laut den Vereinten Nationen derzeit mit 2,5 % einen der niedrigsten Raten der Welt aufweist.

DIE INSTABILITÄT NORDAFRIKAS

Die instabile politische und wirtschaftliche Lage in Ländern wie Libyen und Tunesien sowie der Abbruch der Beziehungen zwischen Algerien und Marokko stellen eine große Herausforderung für die regionale Zusammenarbeit dar. Allerdings könnte die wachsende Nachfrage nach dem Internet, angetrieben durch eine junge Bevölkerung, die etwa die Hälfte der 212 Millionen Einwohner der Region ausmacht, als Katalysator für die Einführung neuer Technologien und Infrastrukturen dienen.

Obwohl sich zahlreiche regionale Projekte, wie die Transmaghreb-Autobahn und die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Marokko nach Tunesien, noch in der Planungsphase befinden, könnte das Medusa-Projekt endlich den nötigen Anstoß für den Aufbau eines effizienten und modernen Kommunikationsnetzes geben. Der Mangel an regionalen privaten Konsortien, die in der Lage wären, ein Unterseekabel dieser Größe zu entwickeln, hat es der Europäischen Union ermöglicht, eine Führungsrolle zu übernehmen, in der Hoffnung, dass eine Verbesserung der Kommunikationsinfrastruktur zu Entwicklungsmöglichkeiten für die gesamte nordafrikanische Region führen könnte. Zusammenfassend stellt das Projekt Medusa nicht nur einen wichtigen Schritt vorwärts für die digitale Konnektivität zwischen Europa und Nordafrika dar, sondern auch einen Schlüsselbestandteil der geopolitischen Strategie der EU zur Stärkung ihres Einflusses und zur Förderung von Stabilität und wirtschaftlicher Entwicklung in der Region.


Dies ist eine Übersetzung eines Artikels, der am Wed, 10 Jul 2024 08:30:09 +0000 im italienischen Blog Start Magazine unter der URL https://www.startmag.it/mondo/progetto-medusa-cavi-sottomarini-africa/ veröffentlicht wurde.